Der Rechtsanwalt - Gebrauchsanleitung

Der Rechtsanwalt arbeitet freiberuflich, er ist jedoch auch ein Mitarbeiter der Justiz, die Ausübung des Berufs wird durch das Gerichtsgesetzbuch geregelt.

In der Praxis hängt die gute Bearbeitung Ihrer Akte oder Ihres Falles hauptsächlich von der Qualität der Dienstleistung ab, die der Rechtsanwalt Ihnen bieten kann und diese Qualität hängt wiederum von Ihnen ab. Im Folgenden sehen Sie einige Überlegungen, die Ihnen das Maximum Qualität sichern können.


Einen Termin absprechen.

Um Ihre Akte korrekt bearbeiten zu können, muss der Rechtsanwalt die notwendige Zeit und Konzentration aufbringen können. Um Ihren Interessen bestmöglich entgegen zu kommen, ist es vorzuziehen, dass jeder Besuch Ihrerseits nach vorheriger Terminabsprache erfolgt. Wenn Sie Ihren Rechtsanwalt persönlich telephonisch sprechen wollen, ist es vorzuziehen, dass Sie mit seinem Sekretariat einen Telefontermin absprechen.


Die Gerichtssitzungen müssen berücksichtigt werden.

Die Gerichtstermine beginnen generell um 09.00 Uhr, die Sitzungen am Nachmittag um 14.00 Uhr. Ihr Rechtsanwalt muss seine Kanzlei zeitig verlassen, um sich zu manchmal weit entfernten Gerichtsgebäuden zu begeben; er kann Sie somit zu diesen kritischen Zeitpunkten weder empfangen, noch telephonisch mit Ihnen diskutieren, ohne den Zeitplan des Gerichts und somit die Behandlung der anberaumten Sachen zu stören.


Ein wenig Präzision schadet nicht.

Irgendetwas Unbestimmtes von Irgendwem, der noch bestimmt werden muss aus irgendeinem noch nicht feststehenden Grund zu verlangen, hat sehr wenig Erfolgsaussichten.

Man muss zum Beispiel wissen, ob es einen Mietvertrag gibt oder nicht, man muss wissen, wer der Eigentümer ist, man muss zumindest den Namen und die genaue Adresse der Personen kennen, von denen man etwas verlangt.

Forderungen müssen präzise bestimmt werden.

Aktenstücke müssen rechtzeitig übermittelt werden.

Alle prozessrechtlich bedeutsamen Unterlagen wie zum Beispiel Vorladungen werden, außer in seltenen Ausnahmefällen, mindestens 8 Tage vor der Gerichtssitzung zugestellt, so dass Sie Ihren Rechtsanwalt hiervon sofort nach Empfang der Vorladung in Kenntnis setzen müssen. Jegliche Verspätung in der Übermittlung kann für Sie große Nachteile haben. Ihr Rechtsanwalt erhält nicht unbedingt alle Prozedurakten, es obliegt Ihnen, ihm unverzüglich alles zu übermitteln, was Sie erhalten.


Ihre Akte bleibt immer Ihre Akte.

Wenn Sie einem Rechtsanwalt eine Akte anvertrauen, so bleibt diese doch Ihre Akte, von der Sie nie definitiv Abschied nehmen können. Der Rechtsanwalt hilft Ihnen, berät Sie, verteidigt Ihre Interessen, nimmt jedoch nicht Ihren Platz ein, er vertritt Sie, wo dies notwendig und möglich ist, aber nicht mehr. Sie müssen somit aufmerksam den Verlauf Ihrer Akte verfolgen und sich informieren, ohne zu vergessen, Kenntnis der Informationen zu nehmen, die Ihr Rechtsanwalt Ihnen übermittelt und diesen Folge zu leisten. Strafsachen unterscheiden sich hier grundlegend von Zivilsachen. Bitten Sie Ihren Rechtsanwalt, Ihnen wenn nötig nochmals den Verlauf Ihrer Akte, die Verfahrenschritte und die Bearbeitung Ihres Falls zu erklären. Wenn Sie einen längeren Zeitraum keine Neuigkeiten von Ihrem Fall haben (ungefähr 3 bis 6 Monate), ohne dass Sie darüber in Kenntnis gesetzt worden wären, dass in dieser Frist nichts geschehen würde, dürfen Sie nicht zögern, um Informationen zu bitten.


Antworten Sie sofort auf die Fragen Ihres Rechtsanwalts.

Eine Prozedur vor Gericht kann Ihnen lang erscheinen, dies hängt von verschiedenen Faktoren, wie vor allem des Respekts der Verteidigungsrechte einer jeden Partei ab; man muss jedoch auch wissen, dass die gerichtlichen Fristen strikt und manchmal unter Strafe der Unzulässigkeit vorgeschrieben sind. Wenn Ihr Rechtsanwalt Ihnen schreibt, um Ihr Einverständnis mit Schlussanträgen, Erklärungen zur Sache oder Beweisstücke zu erfragen, antworten Sie ihm bitte sofort oder in kürzester Frist, da Ihr Rechtsanwalt meist an einen strikten und präzisen Kalender gebunden ist, so dass, wenn Sie ihm nicht antworten, das Gelingen Ihres Streitfalls in Gefahr gerät.


Telefon, Fax und E-Mail haben ihre Grenzen.

Das Telefon eignet sich absolut nicht, um auf eine rechtliche Frage zu antworten; wenn Ihr Rechtsanwalt Ihnen geschrieben hat, um um Informationen zu bitten, antworten Sie ihm nicht telephonisch, Ihr Anruf könnte falsch notiert werden und das erwünschte Resultat könnte nicht erreicht werden. Das Telefax ist sicherlich ein wunderbares Gerät, aber die Qualität eines Dokuments, selbst wenn dieses mit der besten Maschine ausgedruckt worden ist, lässt oft zu wünschen übrig; man sollte das Fax also den dringenden Dokumenten vorbehalten, die nicht als solche vor Gericht hinterlegt werden müssen. Auch ist es ratsam, den Empfang des Fax zu prüfen. Das Fax ist kein rechtliches Mittel, Ihre eigene Verspätung zu überspielen. Der Rechtsanwalt ist vielleicht nicht in seiner Kanzlei und nimmt nicht unbedingt sofort Kenntnis Ihres Dokuments. Gleiches gilt für das E-Mail, man kann nicht von einem Rechtsanwalt verlangen, dass dieser permanent auf der Lauer nach einem hypothischen E-Mail ist. Zu Ihrer Sicherheit und um das bestmögliche Verständnis zu garantieren, ist es immer besser, schriftlich zu antworten oder einen Besprechungstermin zu vereinbaren. Wenn es Ihnen nicht leicht fällt, die Fragen zu beantworten, so können Sie Ihren Rechtsanwalt bitten, Ihnen die Fragen vorzubereiten und mehrere mögliche Antworten, die nur angekreuzt werden müssen, vorzusehen.


Manchmal ist es ratsam, präventiv einen Rechtsanwalt zu konsultieren.

Wenn ein Streitfall auftritt, so muss sofort und als Präventivmaßnahme ein Rechtsanwalt zu Rate gezogen werden. Wenn Sie versuchen, selbst Ihren Streitfall zu klären, ist der Rechtsanwalt oft gezwungen, eine bereits katastrophale Situation als Aktengrundlage anzunehmen, so dass er oft nur den Schaden begrenzen kann, wenn dies noch möglich ist. Eine Beratung zu Beginn eines Streitfalls ist immer wesentlich billiger als ein langwieriger Prozess. Der Rechtsanwalt darf nicht zum letzten Heilmittel werden, nachdem man alle anderen, manchmal unqualifizierten Beratungen ausgekostet hat. Der Rechtsanwalt sollte als erster zu Rate gezogen werden, bevor nachteilige Aussagen gemacht werden.


Vertrauen Sie niemals Gerüchten und dem Hörensagen.

Sie müssen zu Ihrem Rechtsanwalt ein Vertrauensverhältnis aufbauen und unterhalten; wenn Sie Fragen haben, so müssen Sie ihm diese stellen. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele falsche Gerüchte und Ideen verbreitet werden. Ihr Rechtsanwalt ist die geeignete Person, um Ihnen eine Beratung zu Ihrem speziellen Fall zu geben. Kaum eine Akte kann mit einer anderen verglichen werden, praktisch jeder Fall ist einzigartig.


Sie müssen Ihr Anliegen nicht vor Ihrem Rechtsanwalt plädieren.

Ihr Rechtsanwalt unterliegt dem Berufsgeheimnis, dies ist für Sie die Garantie der Vertraulichkeit. Sie müssen ihm alle Elemente Ihrer Akte erklären. Sie brauchen sich vor ihm nicht zu rechtfertigen oder vor ihm Ihren Fall plädieren. Sie müssen nicht versuchen, ihn zu überzeugen. Sie setzen ihm alle Elemente Ihrer Akte auseinander, ohne irgendeines zu verschweigen und die Diskussion muss offen und ohne jede Zurückhaltung sein; lassen Sie Ihren Rechtsanwalt die Situation einschätzen und seine Meinung geben, danach können Sie über diese Meinung diskutieren. Wenn Ihr Rechtsanwalt der Meinung ist, dass Ihre Akte einen Aspekt aufweist, der ihm nicht genügend vertraut ist, wird er Ihnen einen Spezialisten vorschlagen.

Aber was suchen Sie bei Ihrem Rechtsanwalt ?

Sie werden beschuldigt, eine strafrechtliche Übertretung begangen zu haben und Sie haben eine gewisse Sicht der Dinge, wobei Sie jedoch, vielleicht unbewusst, durch Dritte, eine Nachrichtensendung, eine Debatte im Fernsehen, einen Zeitungsartikel oder eine Diskussion unter Bekannten beeinflusst worden sind.

Es gibt ein Strafgesetzbuch und entsprechende Gesetzestexte, die vorsehen, dass diese oder jene Übertretung mit dieser oder jener Strafe geahndet wird. Ob Sie sich für schuldig oder unschuldig halten, der erste Schritt ist zu prüfen, ob das, was Ihnen vorgeworfen wird, im Gesetzestext vorgesehen ist und somit zu wissen, welches Risiko Sie eingehen, mit anderen Worten, welche Strafe das Gesetz vorsieht und wie im Allgemeinen verfahren wird. Die Wahrheit ist manchmal schmerzlich, aber wenn Sie sofort den Rechtsanwalt wechseln, weil dieser Sie informiert hat, ehe er überhaupt prüfen konnte, wie er Sie verteidigen kann, flüchten Sie vor der Wahrheit, verstecken sich vor der Realität.

Wenn Sie zum Rechtsanwalt oder zu einem Rechtsanwalt gehen, einzig und allein, damit dieser sich gemeinsam mit Ihnen entrüstet setzen Sie sich dem Risiko schwerer Desillusionen aus.

Sie sind bei Rot über eine Ampel überfahren und sind dabei erwischt worden; verlangen Sie nicht den Rücktritt des Justizministers; seien Sie wütend, wenn Sie dies wünschen, aber bleiben Sie realistisch. Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass der Rechtsanwalt, der Ihnen eine Belohnung verspricht in diesem Fall der beste Verteidiger sein wird. Niemand ist perfekt, es gibt Rechtsanwälte, die in bestimmten Materien besser als andere sind, aber der beste ist nicht unbedingt derjenige, der Ihnen Recht gibt oder der Ihnen die öffentliche Hinrichtung der Gegenpartei verspricht. Sie korrekt zu verteidigen bedeutet auch, Abstand zu wahren und die Objektivität zu behalten.

Dies wird noch peinlicher, wenn Sie bewusst Ihren Rechtsanwalt getäuscht haben oder sich selbst täuschen. Ein wenig Bescheidenheit und Überlegung haben noch nie geschadet.

Der Richter hat den Auftrag, objektiv zu sein und Ihnen nicht unbedingt recht zu geben. Wenn Sie es jedoch vorziehen, die gefällige Lüge der Objektivität und einer realistischen, ehrlichen, deutlichen und unzweideutigen Verteidigung vorzuziehen, schlussendlich ist es Ihre Sache, aber Sie setzen sich einem hohen Prozessrisiko aus.

Den Rechtsanwalt wechseln : das Gras ist an anderer Stelle nicht unbedingt grüner oder besser!

Es steht Ihnen frei, den Rechtsanwalt zu wechseln, dies ist Ihr gutes Recht. Wenn Sie um seine Stellungnahme bitten und feststellen, dass Sie nicht mit ihm auf einer Wellenlänge sind, ist es logisch, einen anderen Anwalt in Betracht zu ziehen. Wenn die Akte einmal eröffnet ist, ist es besser, mit Ihrem Rechtsanwalt über Ihre Probleme und die möglichen Lösungen zu sprechen, anstatt jedwedem, meist unbegründeten Gerücht Gehör zu schenken.

Nichts hindert Sie daran, mehrere Rechtsanwälte zu haben und eine bestimmte Akte einem bestimmten Rechtsanwalt zuzuweisen. Jeder kann nicht alles tun und jeder hat seine Stärken und Schwächen.

Es gehört zu einem normalen Vertrauensverhältnis und zur elementaren Höflichkeit, Ihren bisherigen Rechtsanwalt zu informieren, wenn Sie den Rechtsanwalt wechseln wollen oder wenn Sie der Meinung sind, das die Bearbeitungsweise Ihrer Akten nicht Ihren Erwartungen entspricht. Sprechen Sie mit Ihrem Rechtsanwalt über Ihre Sichtweise, er hört Ihnen gerne zu.

Verantwortungsbewusste Personen oder Firmen wechseln nicht andauernd ihren Rechtsanwalt und es geht Ihnen dabei keineswegs schlecht.


Die Bearbeitung der Streitfälle.

Die Beziehung zu Ihrem Rechtsanwalt ist eine Beziehung zwischen zwei Personen, die Vertrauen voraussetzt, wie alle Beziehungen zu Freiberuflern (Buchhalter, Arzt, Apotheker, Architekt, Buchprüfer, Steuerberater usw.). Der Rechtsanwalt sollte der erste sein, der bei Streitfällen zu Rate gezogen wird, wenn Sie ihn zu spät zu Rate ziehen, so müssen Sie nicht unbedingt mit einem günstigen Resultat rechnen.

Es ist wichtig, zu wissen, dass der Preis für eine Vorladung der Preis ist, den der Gerichtsvollzieher verlangt und dass es weder Sonderpreise, noch Gruppentarife gibt. Die Gerichtsvollzieher haben eine territorial begrenzte Zuständigkeit, so dass immer derselbe Gerichtsvollzieher oder ein lokal zuständiger Gerichtsvollzieher die Ladung zustellen wird, gleich welcher der Rechtsanwalt ist. Da die Gerichtsvollzieher das Monopol für die Vollstreckung der Urteile haben, wird derselbe Gerichtsvollzieher die Zwangsvollstreckung beim Schuldner durchführen. Die lokalen Gerichtsvollzieher oder Rechtsanwälte kennen sehr oft die Schuldner. Der Rechtsanwalt hat das Monopol der Vertretung vor Gericht für den Hauptteil der Akten. Die Vollstreckungsprozeduren sind mit Kosten verbunden, alles ist machbar, aber Sie strecken die Kosten vor. Und vor einem zahlungsunfähigen oder unpfändbaren Schuldner sind Gläubiger und Anwälte gleicher Massen hilflos.

Die Wahl des Rechtsanwalts ist eine persönliche Wahl und es gibt Fälle, die eine Spezialisierung des Anwalts rechtfertigen. Wichtig ist, zu seiner Wahl zu stehen. Es geht hier nicht um eine Frage des Abstands, sondern um eine Frage des Vertrauens und der gegenseitigen Kenntnis.

Auch ist nicht unbedingt der Rechtsanwalt, der das meiste verspricht, der beste, meist ist das Gegenteil der Fall und um so größer ist die Enttäuschung. Sie müssen Vertrauen haben und die Wahrheit muss gesagt werden.


Manche Zeiten eignen sich besser als andere.

Ihr Rechtsanwalt hat auch ein Familienleben, er hat ein Recht, in Ruhe essen zu dürfen und auch ein Recht auf Freizeit; er bittet Sie daher, so gut wie eben möglich darauf zu achten, ihn nicht zu den üblichen Essenszeiten, zu später Stunde oder am Wochenende anzurufen, da er Ihnen dann besser zuhören kann. Der Rechtsanwalt kann Sie zu einem Zeitpunkt, der Ihnen genehm ist, selbst in dringenden Fällen empfangen, wenn ein Termin abgesprochen wird, ist der Rechtsanwalt nie durch die üblichen Bürostunden begrenzt.


Man sollte einen Rechtsanwalt nicht mit seiner ganzen Familie oder seinen Kindern aufsuchen.

In den meisten Fällen ist ein Anwaltsbüro ein Raum normaler Größe und selbst wenn es einen Konferenzraum gibt, so ist dieser, abgesehen von Ausnahmefällen, in seiner Größe begrenzt und enthält nur eine begrenzte Anzahl Stühle.

Außerdem muss, damit die Besprechung in Ruhe durchgeführt werden kann und alle Fragen offen besprochen werden können, die Vertraulichkeit garantiert sein. Ihre Eheprobleme betreffen nicht den Großvater, den Neffen oder die Nachbarin. Wenn Ihr Rechtsanwalt unbedingt seine Meinung vor einer Versammlung kundtun muss, laden Sie ihn zur Versammlung ein, aber bringen Sie nicht die Versammlung zu ihm.

Wenn es auch stimmt, dass es nicht einfach ist, jemanden zu finden, der auf die Kinder aufpasst, so ist es mit großen Unannehmlichkeiten verbunden, wenn das Gespräch beim Rechtsanwalt mit einem oder mehreren Kindern stattfindet. Nach einigen Minuten wird es für die Kinder langweilig, sie rangeln, um woanders hinzugehen oder werden turbulent, beginnen überall hinzulaufen, wenn sie nicht weinen oder an allem herumspielen oder Vasen beschädigen. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich darauf, auf die Kinder aufzupassen und Unsinn zu vermeiden, Sie hören also nicht mehr auf das, was Ihr Rechtsanwalt Ihnen erzählt, so dass er vieles wiederholen muss. Man kann nicht gleichzeitig auf seine Kinder aufpassen, mit ihnen konzentriert diskutieren und aufmerksam komplizierten Erklärungen zuhören. Es kann für Sie sehr schädlich sein, wenn Sie sich dem Risiko aussetzen, nichts verstanden zu haben. Wenn Sie zu einem Rechtsanwalt gehen, so ist die Angelegenheit wichtig; wenn die Angelegenheit wichtig ist, müssen Prioritäten gesetzt werden und diese „Folter“ den Kindern ersparen, während die älteren Kinder nicht unbedingt hören müssen, was ihre Eltern sagen, vor allem bei Scheidungsangelegenheiten.


Lesen Sie die Post, bevor Sie anrufen.

Die Texte der Urteile sind nicht immer leicht zu verstehen, in seinen Briefen gebraucht der Rechtsanwalt oft Ausdrücke, deren Sinn Sie nicht immer kennen. Es ist allerdings vorzuziehen, erst zumindest den Umschlag zu öffnen und das Geschriebene zu lesen, ehe Sie anrufen. Im Fall von Problemen können Sie nachher immer noch telefonieren um eine Erklärung zu erhalten, die Ihnen gerne gegeben werden wird.


Ihr Rechtsanwalt verteidigt Ihre Rechte, er hört Ihnen zu, aber er nimmt nicht Ihren Platz ein für Ihre Leidenschaften und Ihre Gefühle, selbst wenn diese legitim sind.

Der Rechtsanwalt verteidigt Ihre Rechte, aber er ist standesrechtlichen und gesetzlichen Regeln, aber auch den elementaren Regeln des Lebens in der Gesellschaft unterworfen. Man muss in seinen Forderungen ein Mittelmass finden und akzeptieren, dass alle Parteien sowohl Rechte, als auch Pflichten haben und das dies und jenes sowohl auf Sie, als auch auf die Gegenpartei anwendbar ist. Es ist sicherlich schmerzlich, wenn ein Besuchsrecht schlecht ausgeübt wird oder wenn das Kind Ihnen 30 Minuten zu spät zurückgebracht wird, aber konkret kann ein Rechtsanwalt am Sonntagabend nur sehr wenig bei einem derartigen Problem ausrichten.

Der Rechtsanwalt kann in einer unhaltbaren oder unhaltbar gewordenen Sache keine Wunder vollbringen. Das Justizwesen dient nicht dazu, Ihre Fehler zu beheben, der Rechtsanwalt kann Ihnen die konkrete Situation erklären, dies ist seine Rolle als Rechtsberater. Sie dürfen nicht vergessen, dass es in einem Streitfall mindestens 2 Parteien gibt, die gegenteilige Positionen haben und dass der Richter neutral und objektiv ist, während jede der Parteien Ihre Position erklärt; der Richter hört somit zwei Stellungnahmen, die im Prinzip beide plausibel sind, und er wird urteilen müssen.

Wie viel wird dies kosten ?

Man darf niemals zögern, nach einer Einschätzung der Kosten einer Prozedur, der Verteidigung oder der Verwaltung Ihrer Interessen zu fragen. Ihr Rechtsanwalt hat finanzielle Belastungen und muss leben, so dass es legitim ist, dass sie die Rechnungen und Anfragen auf Zahlung von Honorar- und Kostenprovisionen, die er Ihnen zuschickt, begleichen. Sie müssen für die Kosten in Vorkasse gehen, es ist nicht sinnvoll, durch Nachlässigkeit eine Prozedur in Gefahr zu bringen.



Ein wenig Freundlichkeit und Umgangsformen schaden nicht.

Sie sind von Ihrem guten Recht überzeugt, Sie sind der Meinung, dass die Gegenpartei völlig schlecht ist, aber hier wird oft vergessen, dass die Gegenpartei dasselbe denkt und nicht mehr Achtung vor Ihrer Position hat als Sie für deren Position haben.

Im Endeffekt richtet jedoch ein Richter, der manchmal über Fakten entscheiden muss, aus denen er, im Nachhinein, rechtliche Folgen ableitet. Sie können also sehr unzufrieden, wenn nicht sogar überrascht und enttäuscht über eine Sicht der Dinge sein. Ihr Rechtsanwalt ist dafür nicht verantwortlich, er hat Ihre Stellung erklärt, aber dies ist nicht die Meinung dieses Richters und manchmal kann man nicht einmal Berufung einlegen. Ihr Rechtsanwalt hat getan, was er tun musste. Selbst wenn man verliert – und oft wird dies noch höher geschätzt, wenn man einen Fall verloren hat, ist ein Dank für die Verteidigung oder die Unterstützung trotzdem gerne gesehen.

Hören Sie doch auf, zu glauben oder zu sagen, dass Ihr Rechtsanwalt nichts tut.


Ihre Akte wird untersucht, und der Rechtsanwalt zieht aus Ihrer Akte diverse Schlussfolgerungen über Recht, Zeit, Fristen usw. und beginnt dann die detaillierte Überprüfung der rechtlichen Situation. Es folgen sodann verschiedene schriftliche Mitteilungen.

Der Rechtsanwalt muss das Gericht über seine Intervention informieren, , er muss ebenfalls den Rechtsanwalt der Gegenpartei, die Versicherungen und verschiedene andere Parteien anschreiben. Er eröffnet eine Akte, mit Mappen und Umschlägen, eine Zeitplan und technische Angaben. Der Rechtsanwalt bezahlt sein Personal und eine komplexe Struktur. Eine Akte stellt oft 10 Briefe im ersten Monat, wenn nicht in der ersten Woche dar, selbst wenn Sie diese nicht sehen.

All dies bringt beträchtliche Kosten mit sich und geschieht automatisch, ohne dass Sie davon etwas merken. Selbst wenn Sie nicht zum erwünschten Ziel gelangen, so bedeutet dies noch lange nicht, dass Ihr Rechtsanwalt nichts getan hat. Das Rechtswesen wird immer komplexer und jeder will sein Teil haben, vor allem Ihre Gegenpartei, Sie sind nicht allein, es gibt auch eine Gegenpartei, die eine Forderung an Sie hat. Selbst wenn man dies nicht sofort sieht, der Rechtsanwalt tut niemals nichts, er tut vieles. Zögern Sie nicht, ihn um Neuigkeiten zu bitten, er wird Ihnen antworten.

Der Rechtsanwalt ist die geeignete Person um rechtliche Probleme zu lösen. Man muss sich der Komplexität und der Schwierigkeit des Berufes, den er ausübt und des Einsatzes, den er für die Lösung Ihrer juristischen Probleme aufbringt, bewusst sein.

Wenn Sie einen Rechtsanwalt gewählt haben, so geschieht dies, weil Sie ihm vertrauen. Intervenieren Sie also nicht direkt im Prozess; schreiben Sie nichts mehr; machen Sie keine öffentlichen Stellungnahmen, ohne ihn zu informieren; unterschreiben Sie nichts mehr; gehen Sie nicht zum Rechtsanwalt der Gegenpartei oder zu Ihrem Gegner, rufen Sie diese nicht an, bedrohen oder belästigen Sie sie nicht, das kann sich zu Ihrem Nachteil wenden. Lassen Sie Ihren Rechtsanwalt seine Arbeit ausüben und wenn Sie Fragen haben, stellen Sie diese Ihrem Rechtsanwalt.